4 Tipps für den Umgang mit Sprachentwicklungsverzögerung

Paul ist ein Late Talker. Erst nach seinem 3. Geburtstag begann er zu sprechen. Alle Untersuchungen zeigten, dass Paul gesund ist – nur eben spät dran mit der Sprache. Seine gesamte Sprachenentwicklung verlief 1,5–2 Jahre zeitversetzt. Jetzt ist Paul 7 Jahre alt und besucht die 1. Klasse. Seine Sprache hat sich gut entwickelt. Lediglich einige schwierige Laute bereiten ihm in der Aussprache noch Probleme. Grammatikalisch fällt auf, dass er ab und an noch die falsche Form verwendet. Im Vergleich zu seinen Mitschülerinnen und Mitschülern (Mit-SuS) fällt die Sprachentwicklungsverzögerung ins Gewicht. Dennoch: Er ist auf einem guten Weg, braucht aber die entsprechende Unterstützung, um mithalten zu können. Tipp 1: Informationen einholen Haben Sie SuS mit einer Sprachentwicklungsverzögerung in Ihrer Klasse, sollten Sie folgende Informationen gewinnen, um am besten zu unterstützen: Sprachliches Handeln Wann setzte der Spracherwerb ein? Auf welchem Stand ist der Spracherwerb jetzt (abgeschlossen/in der Entwicklung)? Wie gestaltet sich der Sprachgebrauch aktuell? (Welche Fehler werden gemacht? Wo gibt es Schwierigkeiten?) Wie lässt sich die Sprechtätigkeit zum jetzigen Zeitpunkt beschreiben? (Spricht sie/er viel/gern? Bestehen Hemmungen?) Was bedeutet die Sprachentwicklungsverzögerung für das Erleben und Lernen? (Sind Konsequenzen erkennbar?) Weitere Beeinträchtigungen Ist das Sprachverständnis eingeschränkt? Ist das Hörvermögen eingeschränkt? Gibt es Schwierigkeiten in auditiver oder visueller Wahrnehmung? Wie ist der allgemeine Entwicklungs- und Leistungsstand zu beurteilen? Bisherige Förderung Welche Fördermaßnahmen wurden versucht? Wie hat sie/er darauf reagiert? Was tut ihr/ihm gut – was nicht? Psychologische Aspekte Wie stark belastet sie/ihn die Entwicklungsverzögerung? Welche Auswirkungen hat dies auf ihr/sein Selbstbewusstsein? Wie gehen die Mit-SuS damit um? Tipp 2: Falsche Rückschlüsse vermeiden Besonders SuS mit Sprachentwicklungsverzögerungen werden häufig unterschätzt. Die Tatsache, dass sie sich nicht so gut oder nicht fehlerfrei sprachlich äußern können, erweckt bei uns Lehrkräften häufig das Bild, sie könnten kognitiv nicht mit den anderen mithalten. Denken verläuft
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