Wenn sich eine Lehrkraft im Ton vergreift: So reagieren Sie!

Sie haben als Schulleiter eine Elternbeschwerde über den unangemessenen Ton einer Lehrkraft vorliegen. Handelt es sich um einen einmaligen Vorfall, erübrigen sich weitere Interventionen. Anders sieht es aus, wenn Sie trotz eingehender Beratung von weiteren Vorfällen erfahren. Versuchen Sie, durch Beobachtungen und im Gespräch mit dem betreffenden Kollegen herauszufinden, was ihn dazu bewegt, sich so zu verhalten. So meistern Sie Konflikte im Klassenraum.

Behandeln Sie die Angelegenheit sachlich und konsequent

  • Klären Sie die Sachlage, und erforschen Sie zunächst die Hintergründe.
  • Hören Sie sich in einem Gespräch mit dem Kollegen seine Sicht an.
  • Stellen Sie klar, dass Sie es nicht dulden, wenn Schüler beleidigt werden.
  • Zeigen Sie, welche Erwartung Sie an den professionellen Umgangston eines Lehrers haben.

Gehen Sie den Ursachen auf den Grund, und helfen Sie durch Beratung. Die folgenden Beweggründe könnten dem Verhalten zugrunde liegen.

Fall 1: Salopper Ton als Kumpel

Bei jüngeren Kollegen kommt es vor, dass sie von den Schülern als Kumpel oder Freund gesehen werden wollen. Der flapsige Umgangston der Kinder wird übernommen.

Beratungstipp 1: Ermuntern Sie den Kollegen, die Führungsrolle im Klassenzimmer zu übernehmen und Vorbild zu sein. Sein Ziel, Akzeptanz zu finden und eine gute Lernatmosphäre herzustellen, muss er mit pädagogischen Mitteln erreichen.

Konflikte in der Schule – vermeiden – bewältigen – lösen – Erfolgreiches Konfliktmanagement in der Schule basiert vor allem auf Sensibilität. Entwickeln Sie ein seismografisches Gespür dafür, beginnende Konflikte zu registrieren und den richtigen Zeitpunkt zum Einzugreifen zu erkennen. 

Fall 2: „Gleiches mit Gleichem vergelten“

Ein Kollege fühlte sich vom Schüler provoziert. Er sieht gar nicht ein, wieso er sich dies gefallen lassen muss. Deshalb schlägt er mit gleichen Waffen zurück.

Beratungstipp 2: Der Lehrer muss sich den unangemessenen Ton eines Schülers nicht bieten lassen. Seine Rolle als Lehrer erfordert ein professionelles Verhalten mit einer angemessenen Wortwahl: Er soll dem Schüler

  1. die Grenzen aufzeigen,
  2. den Ton und die Wortwahl verbieten und
  3. Konsequenzen erfahren lassen können.

Fall 3: Fehlendes Verständnis für Problemkinder

Dieser Grund kann die Ursache für das unangemessene Verbalverhalten eines Lehrers sein: Er sucht bei Problemen in erster Linie nach Schuldigen, nicht nach Lösungen. Er reagiert auf Lernprobleme mit Vorwürfen anstatt mit Hilfe.

Beratungstipp 3: Der Lehrer muss den Problemfall als pädagogische Herausforderung betrachten

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