So unterliegen Sie nicht dem Halo-Effekt

Als Schulleiter:In sind Sie fĂŒr eine gerechte Beurteilung der SchĂŒler durch Ihre Lehrer verantwortlich. Kennen Sie den Halo-Effekt oder auch „Hof-Effekt“? Er bedeutet „Lichteffekt“: Einzelne Eigenschaften (z. B. AttraktivitĂ€t) erzeugen einen Gesamteindruck der die weitere Wahrnehmung und EinschĂ€tzung der Person ,,ĂŒberstrahlt“. Durch diese subjektive Wahrnehmung können Beurteilungsfehler entstehen.

Beleuchten Sie das Thema unter folgenden 3 Aspekten:

Der Halo-Effekt entsteht durch Überstrahlung

Ein typisches Beispiel fĂŒr einen Halo-Effekt wĂ€re, wenn ein Lehrer annimmt, dass ein gutaussehender und freundlicher SchĂŒler auch gute Leistungen erbringt. Ebenso gibt es diesen Effekt in der Umkehrung: Von einem ungepflegten oder verhaltensauffĂ€lligen SchĂŒler nimmt ein Beurteiler an, dass er keine hervorragende Arbeit erbringt.

Der Halo-Effekt unterliegt der individuellen Bewertungsskala

Der Effekt tritt hĂ€ufig dann auf, wenn sich der zu Beurteilende durch besonders hervorstechende, ausgeprĂ€gte Eigenschaften oder Verhaltensweisen auszeichnet. Der Einfluss des Halo-Effektes ist besonders stark, wenn der Beurteiler speziell auf eine Verhaltensweise oder ein Merkmal Wert legt und dieses entsprechend ĂŒberbewertet. Der Effekt entsteht auch bei mangelnder Motivation und Informiertheit der Beurteilenden. In diese Kategorie fallen Journalisten und Wissenschaftler, die sich schnell mit der vom „Halo-Effekt“ erzeugten Geschichte zufriedengeben, ohne die ZusammenhĂ€nge stĂ€rker zu durchdringen.

Wie kann der Halo-Effekt in der Beurteilung minimiert werden?

  1. Dies ist einerseits durch Sensibilisieren der Wahrnehmung auf den Halo-Effekt möglich, so dass diese Fehlerquelle besser eingeschÀtzt werden kann.
  2. Eine weitere Gegenmaßnahme bei vergleichenden Beurteilungen ist, Merkmal fĂŒr Merkmal zu bewerten. Beurteilen Sie zuerst bei allen das 1. Merkmal, dann das 2. etc. Damit wird verhindert, dass der Beurteiler sich an einem Gesamteindruck orientiert. Eine Lehrkraft kann dies bei der Korrektur von PrĂŒfungen erreichen, indem sie „quer korrigiert“: ZunĂ€chst wird die Aufgabe 1 sĂ€mtlicher SchĂŒler korrigiert, anschließend Aufgabe 2 usw. Somit strahlt eine außerordentliche Leistung (im positiven oder im negativen Sinne) eines SchĂŒlers in einer einzelnen Aufgabe weniger auf nachfolgend zu korrigierende Aufgaben desselben SchĂŒlers ab.
  3. Durch informellen Austausch aller in einer Klasse unterrichtenden LehrkrĂ€fte lĂ€sst sich eine Beurteilung hinterfragen. ErfahrungsgemĂ€ĂŸ verstĂ€rken die Mobilen Reserven oder Unterrichtsvertretungen EinschĂ€tzungen der Klassenleitung. Jedoch kommt es durchaus vor, dass ein SchĂŒler anders wahrgenommen wird. Nehmen Sie die Informationen auf. Das verschafft Sicherheit.

Praxistipp: Auch Sie als Lehrer oder Schulleiter unterliegen selbstverstÀndlich diesem PhÀnomen: Eltern beurteilen Sie u. a. auch nach Ihrem Status oder Ihrem Aussehen und bringen diese Faktoren in Verbindung mit ihrem eigenen Wertesystem.  

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