Diese Konflikte sind fĂŒr Sie sehr Ă€rgerlich â doch aus Elternsicht geht es um die Zukunft des eigenen Kindes. Reduzieren Sie Noten-Konflikte auf ein Minimum durch ein HöchstmaĂ an Transparenz bei der Leistungsbewertung den Eltern gegenĂŒber. Veranlassen Sie, dass Ihre LehrkrĂ€fte in Stufen-Elternabenden ĂŒber das schulhausinterne Konzept zur Notengebung informieren.
Geben Sie Gelegenheit zur MeinungsĂ€uĂerung
Sprechen Sie in Ihren einfĂŒhrenden Worten die besondere Problematik der Leistungsbewertung an. WĂ€hlen Sie einen Aspekt aus, z.B. die wissenschaftlichen Diskussionen um die ObjektivitĂ€t der Leistungsbewertung, oder schildern Sie je ein eigenes Erlebnis mit Noten. Bitten Sie dann die Eltern um Stellungnahmen, was sie von der Leistungsbewertung erwarten, z.B. mit einer Pro-Contra-Fragestellung: âNoten â Fluch oder Segen fĂŒr mein Kind?â 2 Kollegen schreiben an 2 Flipcharts mit. Auf dem einen notieren sie die Pluspunkte, auf dem anderen die problematischen Seiten der Leistungsbewertung, wie z.B. die Entmutigung bei schlechten Noten. Fassen Sie die beiden Seiten zusammen und untermauern Sie das ein oder andere Argument durch Forschungsbefunde aus der PĂ€dagogik.
Verdeutlichen Sie das Ziel der Schule bei der Notengebung
Beziehen Sie sich nochmals auf die Problematik der Leistungsbewertung, und verdeutlichen Sie das Ziel Ihrer Schule, die Nachteile fĂŒr die Kinder möglichst gering zu halten und stattdessen auf die Vorteile zu setzen. Stellen Sie das vom Kollegium gemeinsam erstellte Schulkonzept âLeistungsbewertungâ vor. Jeder Lehrer ĂŒbernimmt einen Teil der PrĂ€sentation.
Leisten â Leistungsbewertung erlĂ€utern
Zeigen Sie in einem Kurzreferat den Zusammenhang zwischen dem vom Lehrer initiierten und gesteuerten Lernprozess, der individuellen SchĂŒlerleistung und der ĂberprĂŒfung des Lernerfolgs auf. Auf dieser Basis ruhen die GrundsĂ€tze der Leistungsbewertung an Ihrer Schule.
Ăber die Systematik der Notengebung informieren
Eltern erscheint es vor allem in der Grundschule oft willkĂŒrlich, wann und wie oft Klassenarbeiten geschrieben werden. Diese erscheinen wie SchicksalsschlĂ€ge â unerwartet und unbeeinflussbar. KlĂ€ren Sie sie ĂŒber die Anzahl pro Fach, die AbstĂ€nde, den Umfang der Stoffgebiete und die Dauer auf und begrĂŒnden Sie dies. ErlĂ€utern Sie, wie die Leistungsmessung in die Stoff- und Kompetenzvermittlung eingebettet ist.
Die Anforderungen in Klassenarbeiten verdeutlichen
Bei Eltern und Kind ist die EnttĂ€uschung nach Klassenarbeiten oft Ă€hnlich groĂ. âIch habe alles gelernt. Doch der Lehrer hat ganz was anderes gefragt.â Stimmt in gewisser Weise, denn in Klassenarbeiten fragen Sie nicht nur ab, was sich der SchĂŒler gemerkt hat, sondern auch, ob er das Gelernte anwenden und auf andere Situationen ĂŒbertragen kann.
Zeigen Sie die 4 Kompetenzstufen, die in einer Klassenarbeit gefordert werden, mit Hilfe von Folien auf:
- Gelerntes wiedergeben (Reproduktion)
- KĂŒrzungen, ErgĂ€nzungen oder Vergleiche vornehmen (Reorganisation)
- Grundprinzipien des Gelernten auf neue ZusammenhĂ€nge ĂŒbertragen (Transfer)
- Aufgaben mit neuen Strukturen selbststÀndig lösen (problemlösendes Denken)
Verdeutlichen Sie anhand von Beispielen, was diese in verschiedenen Fachbereichen bedeuten. Beispiele sind auch unverzichtbar, wenn Sie die Eltern mit den Bildungsstandards vertraut machen wollen. Zeigen Sie, wie sie in Ihrer Schule umgesetzt werden und ihr Erreichen ĂŒberprĂŒft wird.
FĂŒr Transparenz bei der Leistungsbewertung sorgen
Zeigen Sie anhand einer alten Vorlage auf, wie Sie die Punktezuordnung vornehmen und welchen NotenschlĂŒssel Sie schuleinheitlich pro Fach und pro Jahrgangsstufe verwenden. Falls Sie den Notendurchschnitt nach Klassenarbeiten nicht bekannt geben, begrĂŒnden Sie es z.B. mit dem zu starken Druck, der auf Kindern lastet, die schlecht abgeschnitten haben. Verdeutlichen Sie, dass Sie in solchen FĂ€llen auf die individuelle Beratung in der Elternsprechstunde setzen.
FĂŒr Transparenz bei der Notengebung im Zeugnis sorgen
Eltern errechnen oft selbst den Notendurchschnitt fĂŒr die Zeugnisnote und sind ĂŒberrascht, wenn der Lehrer zu einem anderen Ergebnis kam. ZĂ€hlen Sie auf, was auĂer den Klassenarbeiten noch zur Gesamtnote zĂ€hlt:
- mĂŒndliche Leistungen
- Heftgestaltung
- eventuell ein Portfolio
- BeitrÀge in Gruppenarbeiten und Projekten
Geben Sie den Eltern Gelegenheit zu RĂŒckfragen. Beenden Sie den Abend mit dem Angebot, in der Elternsprechstunde die individuelle Situation jedes Kindes zu besprechen.
Praxistipp: Absprachen treffen und verdeutlichen
Je deutlicher Sie z.B. durch die Gestaltung des Elternabends im Jahrgangsteam zum Ausdruck bringen, dass fĂŒr alle Kinder dieselben Regelungen der Leistungsbewertung gelten, umso weniger mĂŒssen Sie mit Konflikten rechnen, die wegen Noten auf Sie zukommen. Dehnen Sie die Absprachen ĂŒber Leistungsbewertung auch auf die Schulen in Ihrer Umgebung aus.