So überzeugen Sie im Elterngespräch: mit der Kraft des wohl gewählten Wortes

Auf Ihrer Terminliste steht: 16.30 Uhr Herr Thiel. Das bedeutet für Sie, dass ein schwieriges Gespräch bevorsteht. Herr Thiel ist unter Kollegen bekannt dafür, dass er jedes Fehlvergehen seines Sohnes Kilian vehement leugnet. Dabei wirft er den Lehrkräften unangemessenes Verhalten gegenüber seinem Sohn vor und wird auch schon mal laut. Häufig fällt er Lehrern ins Wort oder dreht ihnen das Wort im Mund um. Es besteht folglich die Gefahr, dass die Stimmung im Gespräch kippt und die Situation eskaliert. Mit der richtigen Rhetorik wird Ihnen das Gespräch gelingen. Neben kompetenter inhaltlicher Gesprächsführung spielt die Rhetorik eine große Rolle. Durch unüberlegte Formulierungen kann ein Gespräch schnell eskalieren. Formulieren Sie deshalb überlegt, souverän und deeskalierend. Beachten Sie dabei folgende Tipps: Formulieren Sie positiv Unser Gehirn kann negative Formulierungen schlecht verarbeiten. Deshalb wird immer dann, wenn Menschen zu bestimmten Handlungen gebracht werden sollen, auf negative Formulierungen verzichtet. In der Werbung, in der Motivationspsychologie, in der Hypnose: Überall wird positiv formuliert. Sagen Sie statt „Das ist kein Problem“ → „Gern“. Vermeiden Sie stereotypes Loben Viele Lehrkräfte nennen einige positiven Seiten des Kindes zu Beginn des Gesprächs, damit dieser Punkt abgehakt ist. Dieses stereotype Aufzählen der Stärken wird von den Eltern leicht als solches durchschaut. Kommen Sie z. B. bei Ihrem Lösungsvorschlag auf die genannten Stärken zurück. Kilian kann gut lesen, ist aber auch laut und stellt sich oft in den Mittelpunkt. Schlagen Sie dem Vater Kilians Teilnahme an Schulaufführungen und dem Vorlesewettbewerb vor. Zunächst werden Sie Kilian im Unterricht bewusst zum Vorlesen aufrufen. Seien Sie verbindlich Vermeiden Sie schwammige Formulierungen. Seien Sie konkret. Nennen Sie z. B. Fristen und konkrete Handlungen, wenn Sie etwas mit Herrn Thiel vereinbaren. Statt „Ja, das sehen wir mal. Vielleicht können wir das demnächst ändern“ → besser: „Ich werde Anfang der Woche mit meinen
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