Was Sie über „Stimming“ wissen sollten

Justus sitzt im Stuhlkreis – das grelle Licht blendet ihn. Er wedelt mit den Händen. Er wippt mit dem Oberkörper. Wenn sein Oberkörper dabei die Stuhllehne berührt, gibt er einen Laut von sich. Immer wieder hält er sich auch die Ohren zu. Seine Mit-SuS wissen mittlerweile, dass Justus das nicht einfach abstellen kann. Lara sieht sich um und weiß, was das Problem ist. Sie steht auf und schaltet eine der Lichterreihen ab. Seine Lehrkraft hat gelernt, dass Justus damit nicht beabsichtigt, den Unterricht zu stören – Stimming ist für einige Menschen im Autismus-Spektrum (ASS) eine notwendige Schutzreaktion. In diesem Beitrag möchte ich Ihnen zeigen, was es genau mit Stimming auf sich hat und wie Sie als Lehrkraft am besten damit umgehen. Was bedeutet Stimming”? „Stimming“ leitet sich ab von dem Begriff Self-stimulation behavior“. Es umfasst Verhalten, mit dem ein Mensch sich selbst stimuliert. Welche Formen von „Stimming“ gibt es? Meist handelt es sich um wiederholte Handlungen, wie z. B.: auf- und ablaufen sich selbst oder Gegenstände drehen hin und her wippen mit den Händen flattern mit dem Fuß wippen ausgeprägtes Nicken Wiederholen von Geräuschen oder Tönen Man erkennt „Stimming“ an der Art und Intensität der Bewegung. Was hinter „Stimming“ steckt Einige SuS aus dem Autismus-Spek-trum zeigen das Symptom „Stimming“: Es ist eins der Diagnosekriterien. In der Regel tritt es in besonderen Situationen auf. Typische Beispiele sind: Nervosität Umgebung mit vielen Reizen Angst Wozu „Stimming“ gut ist Menschen aus dem Autismus-Spektrum versuchen mit diesem Verhalten, sich zu beruhigen und zu konzentrieren. Sie können so leichter Reize filtern oder überlagern. Sie nutzen „Stimming“ um intensive Gefühle, wie z. B. Angst, auszuhalten. Es schützt sie vor impulsiven Reaktionen. Wenn „Stimming” zu Verletzungen führt In manchen Fällen kann „Stimming“ für ihre Schülerin oder Ihren Schüler auch gefährlich werden. Hat
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